ich bin der wind

von jon fosse

Auf einem Boot versucht ein Mann seinen besten Freund in der Gegenwart zu halten, obwohl der sich von der Welt längst verabschiedet hat. Unaufhörlich kreisen die beiden Männer um wesentliche Fragen ihrer Existenz. Am Schluss steht die Freiheit, die für alle Mühsal entlohnt. Jon Fosse schuf mit diesem Stück eine poetisch verdichtete Meditation über das Menschsein und die Sehnsucht nach Transzendenz. Mit Klängen und Bildern werden in dieser Inszenierung die eindringlichen Dialoge der Protagonisten ergänzt, um etwas Drittes entstehen zu lassen. Öffnet sich ein neuer Raum? Scheint hier das Leben rückwärts zu laufen? Oder war der Anfang doch das Ende? Lebt der Mensch in seinem persönlichen Traum, bis er erwacht? Das Münchner Heldentheater wagt sich mit diesem immersiven Theaterstück von der Erde bis in die Sphären des Numinosen.

 

Schauspiel: Holger Jerzembek und Ali Akbaba

Bühnenmusik: Susanna Koussouris

Video und Licht: Hans Weiß

Regie und Ausstattung: Andreas Berner

Spieldauer 65 Minuten

Premiere war am 3. März 2022

ZUSATZVORSTELLUNGEN:

30. September + 1./2. Oktober 2022 jeweils um 20 Uhr

Spielstätte: Einstein Kultur

Kartenpreise an der Abendkasse: 18 € normal / 14 € ermäßigt

Gastspiel am 23. Oktober um 18.30 Uhr im Altstadttheater Ingolstadt

Mit freundlicher Genehmigung des Rowohlt-Verlags

Über den Autor

Jon Fosse, 1959 in der norwegischen Küstenstadt Haugesund geboren und am Hardangerfjord aufgewachsen, veröffentlichte auf Deutsch zunächst die Romane "Melancholie", "Morgen und Abend" und "Das ist Alise". Für sein Prosawerk "Trilogie" bekam er 2015 den Literaturpreis des Nordischen Rates verliehen, den renommiertesten Literaturpreis Skandinaviens. Mit dem ersten Band seines siebenteiligen Opus magnum, "Der andere Name", war er 2020 für den Booker International Prize nominiert. Über Norwegen hinaus bekannt wurde er durch seine mehr als dreißig Theaterstücke, die weltweit aufgeführt werden und ihm wichtige Preise einbrachten. Seit 2011 genießt er lebenslanges Wohnrecht in der "Grotte", einer Ehrenwohnung des norwegischen Königs am Osloer Schlosspark, und lebt mitunter auch in Hainburg an der Donau/Österreich oder in Frekhaug/Norwegen.

Zuschauerstimmen

"Ich war begeistert. Wirklich eines der besten Theaterstücke, die ich in letzter Zeit gesehen habe."

"Der alte Mann (bzw. hier zwei Männer) und das Meer meets Warten auf Godot. Eine sehr beeindruckende Vorstellung bot uns das Münchner Heldentheater im leider spärlich besuchten Einstein Keller. Aber vielleicht brauchte das Stück auch diesen intimen Rahmen, um das Spiel von Holger Jerzembek (ich liebe dieses wortkarge Norddeutsche) und Ali Akbaba noch besser wirken zu lassen. Die beiden haben zudem mit wenigen Mitteln das Meer, die Fahrt mit den Schiff etc. dargestellt, unterstützt von der musikalischen Untermalung durch Susanna Koussouris. Keine leichte Kost, kein Seemannsgarn, aber trotzdem schön und definitiv einen Besuch wert."

"Gleich von Anfang an hat mich das Stück in seinen Bann gezogen. 2 Jahre Live-Kultur-Abstinenz und dann solch eindrucksvolle Pingpong-Dialoge a la "Warten auf Godot". Wohltuend die vertraute norddeutsche Gelassenheit mitten im Sturm und gleichzeitig das Mitgefühl und die Besorgtheit des wahren Freundes."

"Ich war mir nicht sicher, ob ich mir ein Stück wie "Ich bin der Wind" anschauen wollte, das mir von der Thematik her eher schwermütig erschien. Was ich dann sah, war eine fesselnde, zutiefst berührende Inszenierung auf einer Bühne, die durch ihre minimalistische Gestaltung das Wirken der beiden Protagonisten noch unterstrich. Am erstaunlichsten fand ich, dass es v.a. Herrn Jerzembek gelang, die Schwere seines Nicht-mehr-in-der Welt-sein-Wollens so zu transzendieren, dass eine erlöste und helle Leichtigkeit zu spüren war, die mir von Anfang an ein Lächeln ins Gesicht zauberte ... ein Lächeln, das mich noch bis in den nächsten Tag hinein begleitete. Respekt! ... ganz großes Kino!!" 

 

"Diese Inszenierung konnte ich ähnlich genießen, wie das Stück "Warten auf Godot" mit Peter Lühr und Thomas Holtzmann in den Kammerspielen, das ich als Kind in den 80er Jahren sah. Das habe ich seit damals so bei noch keinem anderen Stück erlebt."

"Die Themen des Stückes sind keine leichte Kost und erscheinen überwältigend: am Leben nagende Sinnlosigkeit, die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten menschlicher Kommunikation und Freundschaft, Todessehnsucht und nicht zuletzt die ewige Frage: Was passiert mit uns nach dem Tod? Leicht, geradezu ätherisch nähert sich die Inszenierung dem Stoff. Das schlichte Bühnenbild schafft die unbedingt notwendige Weite. Die beiden Schauspieler geben ihren Figuren eine (norddeutsche Meeres-) Prise Humor und Gelassenheit. Als Videoprojektion immer präsent ist das unendliche Auf und Ab des Meeres. Zusammen mit der mehr als eindrücklichen akustischen Begleitung macht die Inszenierung eine Ahnung erlebbar, in welcher Richtung die oben genannten Themen zu beantworten sind."


muenchner helden*theater - JÄGERSTÄTTER
muenchner helden*theater - JÄGERSTÄTTER

JÄGERSTÄTTER

von felix mitterer

Das auf wahren Begebenheiten beruhende Theaterstück „Jägerstätter“ von Felix Mitterer erzählt von dem gleichnamigen österreichischen Bergbauern und Widerstandskämpfer Franz Jägerstätter, der sich nach dem Anschluss Österreichs an das 3. Reich dem Kriegsdienst für das Nazi-Regime verweigerte und deswegen als Verräter ausgrenzt wurde, bevor er schließlich verhaftet und ins Gefängnis nach Berlin verschleppt wurde. Das Stück führt uns durch verschiedene Lebensstationen des 1907 geborenen Jägerstätters, bis zu dessen Hinrichtung wegen „Wehrkraftzersetzung“ im Jahre 1943 in Brandenburg an der Havel, und zeichnet damit den Entwicklungsweg Jägerstätters zum Widerstandskämpfer nach. Eine Parabel für selbstlosen Mut und Anstand im Angesicht der Unmenschlichkeit.

 

Felix Mitterer: "Vom Weg dieses sturen Bauern, dieses mutigen Mannes, der 'Nein' sagte zu einem verbrecherischen Regime, 'Nein' sagte zu den Massenmördern, wird das Stück handeln. Und von seinen Zweifeln und Ängsten, von seinen inneren Kämpfen, und von seiner Konsequenz, die uns weniger Mutigen ein Stachel im Fleisch ist."

 

Das Münchner Heldentheater thematisiert mit dieser Inszenierung, dass unsere Demokratie nicht selbstverständlich ist und permanent verteidigt werden muss.

Schauspiel: Ali Akbaba, Andreas Forsthofer, Markus Götz, Georg Grieshaber, Carmen Haselbeck, Natalie Hreha, Nils Paskarbies, Katrin Schmölz, Thomas Stumpp, Katrin Thomaschewski, Bogdan Tolj
Bühnenbild: Mehrnoosh Esmaeilimatin
Video und Licht: Hans Weiß
Regie: Andreas Berner
Spieldauer: 105 Minuten
Premiere: 24. November 2022 um 20 Uhr
Vorstellungen: 25./26. November und 9./10./11. Dezember jeweils 19:00 Uhr, 8. Dezember um 20 Uhr
Spielstätte: Einstein Kultur
Kartenpreise an der Abendkasse: 20 € normal / 15 € ermäßigt
Mit freundlicher Genehmigung des Wilhelm-Köhler-Verlags


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